Apr 18
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Videokunst wird museal

Die 10. Bonner Videonale findet in diesem Jahr erstmals in den Räumen des Kunstmuseums und nicht im Kunstverein statt. Mit dem Wechsel der Institution wird nicht nur der Austragungsort verändert

VON KÄTHE BRANDT

Goldfische wirbeln und drehen sich in einer Waschmaschine, werden eingeschäumt, gespült und geschleudert. Ma Yongfeng hat mit The Swirl ein durchaus umstrittenes Werk geschaffen. Die hübschen Fische leiden für die Kunst, und sind in ihrer metaphorischen Aufladung doch so etwas wie ein politisches Symbol: Eine Metapher für Folter, soziale Kritik und - zynischer Kommentar zum Künstlerdasein. Ein chinesisches Sinnbild für Wohlstand wird weichgespült, doch ahnt der Besucher, dass eine solche Botschaft auch anders hätte aussehen können.

Der neue Standort der 10. Videonale im Bonner Kunstmuseum, das neben den Ausstellungen auch ein Erbe der Kunst-Geschichte verwaltet, scheint nun der passende Ort einer inzwischen längst etablierten und selbst historisch gewordenen Institution und Kunstform zu sein. Vor gut 20 Jahren organisierten drei Studenten (Bärbel Moser, Peter Unnützer und Dieter Daniels) das erste Video-Festival in Westdeutschland und fanden gleich international regen Zuspruch. Heute ist aus dem Festival eine museale Schau geworden. Mit dieser Umarmung ist aber offenbar keine Antwort gefunden auf die Fragen nach den angemessenen Präsentations- und Rezeptionsbedingungen für Videokunst. Sie erstickt vielmehr jede lebendige Festival-Atmosphäre. So ist es nur folgerichtig, dass in einer historischen Rückschau an die ehemaligen Teilnehmer und heutigen Film-Stars wie Tony Oursler, Gary Hill, Marcel Odenbach oder Shigeko Kubota erinnert wird: noch ein Ausweis der endgültigen und erfolgreichen Musealisierung. Die kinematographischen Installationen, deren Bezugsgröße das Kino ist, hatten in der Blackbox eine bislang gültige Präsentationsform gefunden. Diese ist in der heutigen, technisch anspruchsvollen Ausstellungsarchitektur im Museum großenteils verloren gegangen und mit ihr der Reiz des einsamen, weltfernen Gemeinschaftserlebnisses.

Parallel zur Videonale wird in Bonn die Schenkung Ingrid Oppermann ausgestellt: neben Malerei, Grafik, Fotografie und Objekten aus den 1970er Jahren auch eine einzigartige Sammlung von Künstlervideos der ersten Generation. Diese freudvoll inszenierte Ausstellung kündet vom sprühend wilden Künstler-Leben und dem gemeinsamen Schaffen jener Jahre. Im Rheinland feierte und experimentierte die künstlerische Avantgarde gemeinsam. Und ausnahmsweise schienen Köln und Düsseldorf in fruchtbarer Konkurrenz miteinander ein gemeinsames Projekt voranzutreiben: eine neue, gesellschaftskritische und multimediale Kunst, ein neues Künstlerbild und neue Öffentlichkeit - unter Ausschluss des braven bürgerlichen Kunstpublikums.

Die 49 ausgewählten Wettbewerbs-Filme der Videonale repräsentieren nun das breite Spektrum heutigen Filmschaffens. Vermutlich aber spiegelt die breite Vielfalt vor allem den Anspruch der Jury, tatsächlich eine Museumsausstellung zu kuratieren und einen möglichst umfassenden Überblick zu bieten. Surreale Fantasy-Filme wie Return to Veste Rosenberg von Beate Geissler und Oliver Sann oder Kaltes Märchen, television von Jan Wagner, welche die angedeutete Narration letztlich verweigern, spielen mit den filmischen Mitteln und dem Repertoire des Spielfilms. Alex McQuilkin nimmt mit Get Your Gun Up das Genre des Westerns aufs Korn. Am Ende hat die Arbeit von Roland Schappert und Michael Ebmeyer den mit 5.000,- Euro dotierten Videonale-Preis gewonnen. Und es war nicht einer der narrativen, bildmächtigen Kurzfilme, der ausgewählt wurde, sondern eine still-ironische und fast langweilige Halbdokumentation: Bar/Vegetation (D 2003) zeigt ein Paar mit ihrem Kind, Besitzer einer Berliner Szenebar, während eines Interviews mit dem filmenden Autor. Michael Ebmeyer hat zu der Szene eine Kurzgeschichte geschrieben, die er vorliest, die aber nicht direkt etwas mit der sichtbaren Situation zu tun hat. Sie wird einfach weiter erzählt, während der Film von der Mitte an, kaum merklich, rückwärts läuft. Das Paar raucht, trinkt, schaut sich an, blickt in die Kamera, das Kind in ihrer Mitte greift vergeblich nach der Zigarette und nach dem Sektglas - Leben in seiner trostlosen Banalität.

Kunstmuseum Bonn
Bis 16. Mai 2005
Apr 18
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"The Swirl"
in KunstForum International
2005
Apr 18
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Ma Yongfeng *1971, lebt/lives in Shenzhen
The Swirl
2002, 15:06 min, Ton/sound, Farbe/colour

The Swirl ist eine sowohl harmlose wie brutale Arbeit. Trotz ihrer kompositorischen Schlichtheit und optischen Schönheit ist sie schwer anzusehen. Der Blick ist in die offene Trommel einer von oben zu beladenden Waschmaschine gerichtet und wir beobachten in einer ungeschnittenen Einstellung die Durchführung eines 15-minütigen Waschganges. In der Trommel befinden sich keine farbenfrohen Wäschestücke sondern sechs Goldfische. Die Sinnlosigkeit der Qual und die Hilflosigkeit der Gequälten lässt die Arbeit zu einer Metapher für Folter werden. Doch auch als soziale Kritik und schließlich als zynischer Kommentar zum Künstlerdasein lässt sie sich lesen, wenn man die Bedeutung des Fisches in der chinesischen Kultur als Sinnbild für Wohlstand in Betracht zieht. Im rasanten Übergang von autoritärem Kommunismus zu einem uneingeschränkten Kapitalismus sind Unabhängigkeit und Distanznahme von den Mechanismen des Systems nach wie vor schwierig. Künstler berichten von dieser Erfahrung, nicht zuletzt durch die massive Konjunktur junger chinesischer Kunst im Westen. (DB)

The Swirl is a work that is as innocuous as it is brutal. In spite of its compositional simplicity and optical beauty, it is difficult to look at. The gaze is directed into the open drum of a washing machine that is loadable from above. In an uncut shot, we observe a 15-minute wash cycle. However, in the drum there are not brightly colored pieces of clothing, but six goldfish. The pointlessness of the torment and the helplessness of the tormented can be read as a metaphor for torture. But it may also be understood as social criticism and a cynical commentary upon the artist’s existence, if one takes into consideration that the fish functions as a symbol for prosperity within Chinese culture. During the rapid transition from authoritarian communism to untrammeled capitalism, independence and distance from the mechanisms of the system continue to be difficult. Artists tell us of this experience, not least of all fostered by the recent boom of contemporary Chinese art in the West. (DB/GFT)

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Apr 17
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The Thirteen: Chinese Video Now

Exhibition Title: THE THIRTEEN: CHINESE VIDEO NOW

Time: February 26, 2006 through April 24, 2006

P.S.1 Opening Day Celebration: February 26, 2006 from noon to 6

Place: P.S.1 Contemporary Art Center, Museum of Modern Art Affiliate, NY

Artists: 8gg , Cui Xiuwen, Cao Fei , Dong Wensheng,
Hu Jie Ming, Huang Xiaopeng, Li Songhua ,
Liang Yue , Lu Chunsheng, Ma Yongfeng ,
Meng Jin, Xu Tan , Xu Zhen

Curators: David Thorp, SUN Ning (Platform China)
Apr 17
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The talented and enterprising Sun Ning (AKA Natalie Sun) is at it again. Her recently opened art center, Platform China Contemporary Art Institute, together with David Thorpe, has just put together a line-up of some of China's most interesting video artists, including: 8gg, Cui Xiuwen, Dong Wensheng, Cao Fei, Hu Jieming, Huang Xuaopeng, Li Songhua, Liang Yu, Lu Chunsheng, Ma Yongfeng, Meng Jin, Xu Tan and Xu Zhen for a show at the PS1 in New York. What is most exciting is that the exhibit represents another step in the direction of weaning the West of its fetish with exoticized political symbols, showing that the creative and thematic diversity of new media Chinese contemporary art goes far beyond simply replicating the same "big head" oil paintings ad nauseum. Highlights include Cui Xiuwen's visually subtle and conceptually disturbing "Toot;" Cao Fei's "Cosplayers," which explores the escapist fantasy world of China's urban youth; and Ma Yongfeng's hypnotic and controversial "The Swirl," which meditates on the modern sense of helplessness in the face of senseless abuse, and the futility of resistance, using a fifteen minute shot of six goldfish (Chinese symbols of prosperity) trapped in the whirlpool of an upright washing machine as it mechanically goes through its various cycles, oblivious to the suffering of the fish.

THE THIRTEEN: CHINESE VIDEO NOW
PS1, New York
February 26 - April 24 2006

(c) 2006 Maya Kovskaya. All Rights Reserved.

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